Kellerei

Die Ara Pietro

„Weil das Schicksal bestimmte, dass der Vater seinen Sohn überlebt, habe ich meinen Urgroßvater, nicht aber meinen Großvater gekannt „, erzählt Andrea Sartori, Präsident der Weinkellerei. “Trotz seines mürrischen Charakters hatte er für meinen Bruder und mich eine besondere Vorliebe. Wer weiß, vielleicht sah er in uns die Zukunft seines Unternehmens.“ Die Weinkellerei Sartori wurde dank Urgroßvater Pietros unternehmerischen Elans gegründet. Er hatte zwar keinen einfachen Charakter, sprühte aber voller Ideen.

Seine Arbeitstage teilte er zwischen unzähligen verschiedenen Unternehmen auf. Bei aller Vielfalt seiner Interessen war die Leitung einer Trattoria die Basis seiner Geschäfte. Am Ende des 18. Jahrhunderts war der Gasthof von Pietro Sartori eine wichtige Adresse für Kaufleute, kleine Unternehmer und Geschäftsleute der Region, für die Pietro immer ein gutes Glas ‚rosso Veronese’, wie man damals den lokalen Rotwein nannte, hatte. Es war sein Lokal und dessen strategische Position, die Pietro in einen Weinhändler verwandelten. Das tägliche Ausschenken an der Theke und der Direktverkauf in großen Korb- und normalen Flaschen machten es notwendig, immer über guten Wein in angemessenen Mengen zu verfügen.

So kaufte Urgroßvater Pietro im Jahre 1898 seinen ersten Weinberg in Negrar, um das Bedürfnis seiner treuen Kundennach der gewohnten Qualität in entsprechender Menge erfüllen zu können. In einer Zeit, wo noch Pferde Personen und Güter transportierten, lenkte Pietro seine Geschäfte wie ein echter Pionier. Überall, wo er neue Chancen und Wachstumspotential erahnte, investierte er zielstrebig und voller Entschlossenheit, sei es in Verona, in der Umgebung von Brescia, am Ufer des Gardasees oder im südlichen Trentino. Die erfolgreichen Geschäfte hielten Pietro jedoch nicht davon ab eine große Familie zu gründen.

Er bekam fünf Kinder und schickte sie alle zur Universität, was damals sehr ungewöhnlich war. Nun gab es in der Familie einen Rechtsanwalt, einen Ingenieur, einen Arzt … und Regolo, der einzige Erbe, der ohne Zweifel eine Gabe für das Weingeschäft hatte. Er wird es sein, der nach Pietros Rückzug aus dem Geschäft, das Familienunternehmen in die zweite Hälfte des Jahrhunderts führen wird.

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Die zweite generation

Regolo erweist sich als würdiger Sohn seines Vaters. Er glaubt an das Unternehmen, hat eine große Leidenschaft für den Wein und verwendet seine ganze Energie, um Sartoris Präsenz auf dem Markt zu stärken und zu konsolidieren. Der Hauptsitz ist immer Villa Maria, eine Investition, die Großvater Pietro wohl schon damals vorausschauend getätigt hatte, da er sie sich als den idealen Ort vorstellte, um seine Familie und sein Unternehmen wachsen zu lassen.

Regolo ist ein angesehener Ehrenmann, der sich ausschließlich dem Beruf und der Familie widmet. Er ist für seinen außergewöhnlichen Gaumen und seine feine Nase bekannt, die er wie ein Violinist – seine Hände – hegt und pflegt. Regolo ist es gewohnt, die Weine für seine Kunden persönlich zu blenden. Diese setzen, wenn die „Komposition“ fertig ist, ihre Unterschrift auf das Fass, um so den Wein zu `genehmigen`. Heute reproduziert Sartori diese Vorgehensweise in großen Maßstab.

Sartori heißt auf Italienisch ‚Schneiderei’, deswegen: in Nomen, Omen! Genau wie es ein Designer tun würde, nimmt Sartori die Maße, malt das Modell, sucht die Stoffe aus, näht das Kleidungsstück – bereitet also den Blend, den Wein, – der auf den wichtigsten ‚Laufstegen’ weltweit vorgestellt wird und in den Reflexen eines Glases Amarone oder Soave Classico die authentische Essenz des, Made in Verona, Italy’ widerspiegelt.

Im Jahre 1947, nach dem Zweiten Weltkrieg, beginnt Sartori wieder offiziell Weine zu produzieren und zu vermarkten. Das Unternehmen wächst, die Produktionsraten steigen und Regolo, für den die Expansion immer oberste Priorität hat und der nie das Wort „Urlaub“ in seinem Wortschatz benutzt, arbeitet ununterbrochen, investiert in die neueste Technologie, kauft neue Maschinen.

Im Jahre 1952 stirbt Regolo. Seine beiden jungen Söhne übernehmen, trotz aller Schwierigkeiten, die Leitung der Weinkellerei. Pierumberto wird- im Jargon der Familie- „Außenminister“ und kümmert sich um den Handel, während sein Bruder Franco der „Innenminister“ ist und sich um die Produktion sowie das Personal kümmert.

Mit Colognola

Wir sind in den 60er Jahren, die Wirtschaft boomt. Auf dem heimischen Markt sind die Produkte von Sartori bereits sehr anerkannt und verbreitet. Das Unternehmen folgt seinem Ruf zum Export und beginnt mit Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu handeln, Märkte, zu denen man bereits gute Beziehungen pflegt.

Die Güter der Familie sind die Schatztruhe der bekanntesten und wichtigsten Weinsorten Amarone, Valpolicella und Soave. Sie sind die Quelle größter Zufriedenheit und Stolzes, dank des Anspruchs nach stetiger Verbesserung, was schon immer ein Hauptmerkmal von Sartori die Verona war, ist und immer sein wird.

In den späten 90er Jahren beginnen Fronanco und Pierumberto langsam die Führung des Unternehmens an die nächste Generation weiterzugeben.

Diese Übergabe trifft mit einem Ereignis zusammen, das nicht nur die Geschäftsform, sondern auch die Identität von Sartori di Verona revolutionierte: der Eintrag der Cantina di Colognola ai Colli, einer italienischen Winzergenossenschaft, als Aktienteilhaber in den Vorstand. Dieser Anlass war historisch: zwei wahre Champions, Pierumberto Sartori und der Direktor der Cantina Sociale di Colognola, Giancarlo Lechthaler, lernten sich kennen und schätzen, um schließlich einen Bund gegenseitigen Respekts zu schließen.

Es ist das gemeinsame Verständnis, die menschliche Ebene vor die geschäftliche zu stellen, das es möglich macht, die Produktionsfähigkeit von Colognola und das unternehmerische Know-how von Sartori zu vereinigen.

Ziel ist es, ein gemeinsames, sehr ehrgeiziges Wachstumsprojekt in der Weinproduktion und dessen Vertrieb in der ganzen Welt zu starten.

Diese Allianz markiert den endgültigen Ausstieg der Sartori `Senioren` aus der Szene. Sie beschließen, diesmal offiziell den jungen Erben das Ruder des Unternehmens zu überlassen. In der Tat beginnt ab diesem Moment eine neue Ära im Hause Sartori, die eines neuen Bewusstseins, welches sich auf eine bisher nie gekannte Flächengröße an Weinbergen, auf einen exponentiell wachsenden Umsatz, einer ansonsten unmöglich verfügbaren Anzahl von Arbeitskräften, Know-how, Erfahrung und Organisations-Vermögen stützt.

All dies mit der vollständigen Kontrolle der Produktions- und Vertriebskette des Weins: vom Weinberg bis auf die Tafel der Kunden.

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Der Kampf fur zugusten Verona

Heute ist Sartori ein international erfolgreiches Unternehmen, das mehr als 80% seines Umsatzes in über 50 Ländern auf der ganzen Welt erzielt: Europa, Kanada, USA, Südamerika, Russland und Südostasien.

Das Motto „di (aus) Verona“ und die stolze Präsenz der Statue des `Can Grande della Scala`, aus denen das Logo besteht, bestätigen die tiefe und unauflösliche Bindung an die Landschaft, Geschichte, Schönheit und Eleganz einer der meist besuchten Städte der Welt. Sartori, wie man gerne in der Kellerei sagt, hat stets zugunsten Veronas gekämpft, und zwar durch die Spezialisierung auf klassische Veroneser Weine: Valpolicella, Soave, Bardolino, Bardolino Chiaretto, auf elegante und persönliche Art interpretiert, um den Geschmack von Verbrauchern auf der ganzen Welt zu treffen.

Dies erreicht man Dank persönlich gestalteter Produkte und vor allem der Feinarbeit der Master-Blender und dem internationalem Önologen-Team.

Die prägnantesten Produkte der Kellerei sind heute Regolo Rosso Veronese IGT und Marani Bianco Veronese IGT, in denen sich das „Bouquet Sartori“ widerspiegelt. Bei diesen beiden Weinen komponiert Sartori mit den bekanntesten Rebsorten Veronas nach eigenen Visionen, um seinen persönlichen Stil zu kreieren und erlangt damit eine Erkennbarkeit, die der unmittelbare Ausdruck seines eleganten Stils ist. Hinter einer soliden und großen Produktlinie verbergen sich kontinuierliche Updates in der Verwaltung der Weinberge, der Anlagen und Herstellungsverfahren. Die unzählbaren Qualitätszertifizierungen werden immer auf den neuesten Stand gebracht und prüfen jeden kleinsten Produktionsaspekt. Sie spiegeln die Liebe für das Detail und das bewundernswerte Engagement, sowie Know-how wieder.

Die Herausforderung

Wenn es um das Thema Wein geht, hat Sartori noch viel vor.Unser Geschäftskonzept beinhaltet zahlreiche ehrgeizige Programme.

Eines der spannendsten Projekte betrifft den Erwerb von Mont’Albano, einer der ersten Kellereien der Region Friaul, die schon immer an die Produktion von Bio Weinen geglaubt und in diese investiert hat.

In Anerkennung dieses Konzeptes der Landwirtschaft und um dieses Potenzial zu erfassen, hat Sartori im Jahr 2008 die Philosophie seines Gründers Mauro Braidot angenommen und ihn mit den modernsten Technologien ausgestattet, um die klassischen Weine der DOC Zone Friuli Grave zu produzieren.

Die Kraft des made by Sartori- Marketings in Kombination mit diesem umweltfreundlichen Produktionsprozess ist ein starkes und innovatives Bündnis. Sartori ist im biologischen Bereich auch in den Abruzzen Pionier, eine Region, dessen großes Potential weder in Hinsicht des Weinbaus noch des territorialem Marketings voll genutzt wird.

Das Unternehmen hat im Jahre 2003 mit Tenuta Cerulli Spinozzi ein Handelsabkommen geschlossen, dessen Ziel es ist, den 53 Hektar autochthoner Rebsorten, aus denen traditionelle und prestigevolle Weine gekeltert werden, neuen Elan zu geben. Marken wie der Montepulciano d ‚ Abruzzo, Colline Teramane DOCG oder Trebbiano d’Abruzzo sind Weine, die einen unschätzbaren Wert für die Kultur und Identität des Territoriums haben.

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In die zukunft, mit eleganz

Aus sich heraus ist Sartori nicht an Merkwürdigkeiten interessiert, die zunehmend die Aufmerksamkeit vieler Hersteller und Verbraucher wecken.

Andrea, Luca, Paolo, sowie die Mitglieder der Kellerei Colognola bleiben lieber dem dezenten Stil treu, elegant und zeitlos, dem sie sich verpflichtet fühlen.

Dies ist die eigentliche „Innovation“ von Sartori: die Möglichkeit, Weine ihrem Lebensstil entsprechend zu schneidern, ohne in Versuchung zu geraten, den vergänglichen Moden zu erliegen, die zyklisch- wie starke Unwetter- die Weinlandschaft bestürmen. Vor allem aber ist es Sartoris wichtigstes Anliegen mit dem geliebten Gebiet Veronas fest verwurzelt zu bleiben, gewissenhaft und respektvoll mit der Natur etwas Einzigartiges zu schaffen, um es mit den Menschen und den Orten die man liebt zu teilen.